14.12.2016 11:43 Alter: 167 days

Jahrespressekonferenz: Trotz Turbulenzen weiterhin stabiles Wachstum in 2016

Die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen in diesem Jahr blieben nicht ohne Auswirkungen auf den Absatz. Dennoch hat die KIRCHHOFF Gruppe diese unruhigen Zeiten in der Welt mit weiterhin stabilem Wachstum durchlebt.


Die Gesellschafter der KIRCHHOFF Gruppe (v.l.n.r.): Dr. Johannes F. Kirchhoff, Dr.-Ing. Jochen F. Kirchhoff, J.Wolfgang Kirchhoff und Arndt G. Kirchhoff

Die Gesellschafter der KIRCHHOFF Gruppe (v.l.n.r.): Dr. Johannes F. Kirchhoff,
Dr.-Ing. Jochen F. Kirchhoff, J.Wolfgang Kirchhoff und Arndt G. Kirchhoff

Insgesamt wird die KIRCHHOFF Gruppe in diesem Jahr mit ihren vier Geschäftsbereichen Automotive, Ecotec, Mobility und WITTE Werkzeuge knapp 2 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaften, das sind 8% mehr als im Vorjahr. Zur Zeit beschäftigt die KIRCHHOFF Gruppe in 51 Werken in 18 Ländern rund 11.500 Mitarbeiter.

KIRCHHOFF Automotive wird dank der weltweit guten Konjunktur und der stabilen Verkaufszahlen der Automobilindustrie im abgelaufenen Jahr beim Umsatz um über 7% auf 1,45 Mrd. Euro zulegen können. Weltweit beschäftigt KIRCHHOFF Automotive knapp 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Anfang Dezember hat der international aufgestellte Automobilzulieferer aus Südwestfalen auch die restlichen Anteile des kanadischen Unternehmens Van-Rob Inc. vom Firmengründer und Mitgesellschafter Peter van Schaik übernommen. Damit ist die 2011 begonnene Eingliederung in das globale Unternehmensnetzwerk von KIRCHHOFF Automotive abgeschlossen (weitere Informationen dazu in einer separaten Pressemitteilung).
In diesem Zusammenhang wurde eine neue globale Führungsstruktur implementiert, um weltweite Kompetenzen effektiv und effizient zu bündeln.

KIRCHHOFF Automotive verzeichnet in Europa ein Wachstum von ca. 8% und liegt damit über dem Wert für den PKW Absatz in Westeuropa von 7%. Im NAFTA-Raum stagnieren die Absatzzahlen und bleiben auf Vorjahresniveau. Der chinesische Automobilmarkt wächst mit 20% weiterhin zweistellig, was sich auch in den Erweiterungen unserer chinesischen Standorte widerspiegelt. Im Oktober wurden in Deutschland fast 263.000 PKW neu zugelassen, seit Jahresbeginn gut 2,8 Mio. Einheiten. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das eine Steigerung um fast 5%. Im Nutzfahrzeugsektor sind besonders die leichten Nutzfahrzeuge (Transporter) gefragt - hier wächst der Absatz in Deutschland um 10%. Dagegen erleben wir eine sinkende Nachfrage bei den schweren Nutzfahrzeugen über 6t, deren Absatz aber dennoch bei +4% liegt. Insgesamt liegt die globale Weltproduktion bei PKW und NKW in 2016 im Plus. Auch die Prognosen für 2017 sind positiv.

Aufgrund dieser Entwicklung investierte das Unternehmen an vielen Standorten in neue hoch- und vollautomatisierte Fertigungstechnologien. So konnten in den amerikanischen Werken diverse Neuanläufe im Rahmen großer Kundenaufträge realisiert werden. In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, ist die Nachfrage nach Aluminium Leichtbaulösungen für Karosserieteile weiterhin hoch. Das spiegelt auch die Vielzahl neuer Aufträge wider, die das chinesische Werk in Suzhou, vor allem mit dem Kunden Chery Jaguar Land Rover abschließen konnte. Im nördlichen Shenyang ist im Herbst das zweite Presswerk in China in Betrieb gegangen, das zukünftig u.a. Teile für BMW produzieren wird. Mit einem neuen Sales Office in Seoul, Korea soll vor allem der Kontakt zum Kunden Hyundai, Kia aber auch GM Korea weiter vertieft werden.

Auch in den europäischen Werken zeigt sich die Situation dieses Jahr sehr zufriedenstellend. In Polen ist ein neues Werk in Gniezno im Anlauf, das als JIT-Plant das vor Kurzem eingeweihte VW Werk in Wrzesnia beliefert, in dem der VW Crafter montiert wird. Darüber hinaus ging die fünfte Presshärtelinie im polnischen Gliwice an den Start während in Mielec das Werk für die Installation von Großautomaten erweitert wurde. Im ungarischen Esztergom wurde ein neues Logistikzentrum eingerichtet und die Infrastruktur verbessert.

Auch die deutschen Standorte von KIRCHHOFF Automotive in Iserlohn und Attendorn verzeichnenweiterhin steigende Umsatzzahlen. Mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 37 Auszubildende, wird das Werk in Attendorn 144 Mio. Euro Umsatz erzielen. Das ist ein Umsatzplus von 15% im Vergleich zum Vorjahr. Die Standorte Iserlohn und Hagen werden in 2016 mit 670 Beschäftigten, davon 35 Auszubildende, einen Umsatz von insgesamt 150 Mio. Euro erwirtschaften. In der Fertigung des Querträgers Rahmenanfang für den Daimler Actros kommt in Iserlohn ein neuwertiges Schweißverfahren zum Einsatz, mit dem eine ökonomisch effiziente Schweißgeschwindigkeit bei optimaler Qualität erreicht wird. Für ein weiteres Kundenprojekt, das Anfang Januar 2017 startet, wurde in eine neue Schweißanlage und die dazugehörige Peripherie investiert. In Attendorn werden auf einer neuen Speed-Schweißzelle Radhausverstärkungen für den Audi A4 und A5 produziert. Eine Vielzahl neuer Projekte u.a. für VW, Porsche und Daimler wurden erfolgreich gestartet, vor allem für den VW Tiguan und Touran, die, trotz der VW Dieselkrise, in sehr hohen Stückzahlen laufen. Besonders stolz ist man auf eine Reihe von Auszeichnungen bedeutender Automobilhersteller. Unter anderem wurde dem KIRCHHOFF Automotive Werk in Iserlohn der Volvo Group Purchasing Supplier Award für hervorragende Leistungen und nachhaltige Verbesserungen verliehen. Auch General Motors und Ford bescheinigten mehreren Werken ihre erstklassige Qualität als Zulieferer.

Die geopolitischen Umstände und die wirtschaftliche Lage werden weltweit immer komplexer und volatiler. Umso wichtiger ist es, aktuelle Tendenzen frühzeitig zu erkennen und ein hohes Maß an Flexibilität und Diversifizierung im Kunden- wie im Produktportfolio zu schaffen. Eine Stärke, die die KIRCHHOFF Gruppe über Jahrhunderte hinweg bewiesen hat. So beschäftigen sich die Bereiche Forschung und Entwicklung bereits seit längerem mit Fragestellungen wie: E-Mobility, autonomes Fahren, Vernetzung, Leichtbau und CO2-Reduzierung. "Diese Themen nehmen entscheidenden Einfluss auf unsere zukünftigen Autos und dementsprechend auch auf unsere Produkte und deren Herstellungsprozesse. Eine Herausforderung, die wir gerne annehmen", sagte der Geschäftsführende Gesellschafter J. Wolfgang Kirchhoff beim Pressegespräch.

Technologischer Mehrwert durch Vision & Innovation

KIRCHHOFF Ecotec ist es gelungen, in diesem Jahr den Umsatz um 10 % zu steigern. Hierin enthalten ist die Übernahme von Provence Bennes (PB) Environnement, einem Aufbauhersteller aus Lambesc, Südfrankreich durch die FAUN Gruppe. PB Environnement ist auf die Herstellung von leichten Entsorgungsfahrzeugen aus Aluminium spezialisiert. Mit der Eingliederung von PB Environnement in den Unternehmensverbund erweitert FAUN die Produktpalette und stärkt das internationale Service-Netzwerk.

Zur Branchenleitmesse IFAT zeigten die Marken ZOELLER, FAUN und HIDRO-MAK neue Produkte. Der Fokus lag bei den beiden deutschen Anbietern auf den neuen Seitenladervarianten. Ein neuartiges System zur Abfuhr von Untergrundbehältern durch Seitenlader oder auch die platzsparende Entsorgung von stationären 3,2 m³ Behältern mit Seitenladersystemen, wie sie in Spanien oder Südamerika eingesetzt werden. ZOELLER ergänzte sein Lifter-Programm um den Delta 2316 Premium und bietet mit CLEAN OPTION eine Ausrüstung für Hecklader an, die die Belastung des Ladepersonals mit Staub, Keimen oder Gerüchen signifikant vermindert. Das türkische Unternehmen HIDRO-MAK präsentierte, erstmals im Verbund der KIRCHHOFF Gruppe, einen neuen Hecklader. Aufgrund der anhaltend unruhigen geopolitischen Situation, konzentrierten sich die Unternehmen auf die Erschließung neuer Märkte, wie beispielsweise Südamerika oder Australien. Im Segment der Kehrfahrzeuge entwickelte FAUN mit der VIAJET 4 eine Aufbaukehrmaschine für den amerikanischen Markt, als Ergänzung zur größeren 6 m³-Variante. Insbesondere in den Vorstädten kommt dieses Fahrzeug zum Einsatz. In allen Unternehmen wird weiterhin das Service-Netzwerk stark ausgebaut, um den Anforderungen der Kunden an perfekten Service und eine zeitnahe Ersatzteilversorgung Rechnung zu tragen. Die ZOELLER Gruppe eröffnete eine neue Montagehalle in Tschechien für die Liftersysteme.

Unter dem Stichwort Industrie 4.0 nehmen sich die Unternehmen FAUN, ZOELLER und HIDRO-MAK der Fragestellung an, wie sich die Entsorgungslogistik in der Zukunft darstellen wird. Dabei besteht die Herausforderung darin, sich von dem eigentlichen Produktgedanken zu lösen und die künftigen Bedürfnisse rund um die Entsorgungslogistik zu erfassen. Zeitersparnis, höherer Komfort und persönlicher Freiraum sind wesentliche Anforderungen im privaten Bereich sowie technologisch, logistische Lösungen im gewerblichen. Denkbar sind Szenarien, dass Abfallsammelfahrzeugen künftig erweiterte Rollen zukommen, Mülltonnen sich bei Bedarf selbständig melden, und dass Entsorgungsfahrzeuge nur bei Bedarf angefahren kommen. "Wir müssen uns sukzessive weiterentwickeln, den Entsorgungslogistikprozess digitalisieren und die Trends von morgen in Verbindung mit unseren Kunden schaffen. "Denn wenn wir sie zu spät erkennen, verlieren wir zusammen mit unseren Kunden unser Geschäftsfeld", so Dr. Johannes F. Kirchhoff, Geschäftsführender Gesellschafter der KIRCHHOFF Gruppe, zu den zukünftigen Herausforderungen.

KIRCHHOFF Mobility hat sich im ablaufenden Jahr weiter entwickelt. Insbesondere wurde die Integration der neuen Standorte vorangetrieben. Aufgrund der schwierigen Personalbeschaffung in Süddeutschland hat sich der Geschäftsbereich Mobility dabei vom Standort Kirchdorf getrennt. Nunmehr werden 10 Standorte in Deutschland, Österreich, Schweiz plus ein Kooperationsstandort in Dresden betrieben.

Zum Jahresende gehen REHA Group Automotive GmbH & Co. KG und Jelschen GmbH in die KIRCHHOFF Mobility GmbH & Co. KG über, die Pruckner GmbH in Tresdorf bei Wien wird in KIRCHHOFF Mobility GmbH umbenannt. Damit tritt der Geschäftsbereich nun einheitlich unter dem Dachnamen KIRCHHOFF Mobility auf und die einzelnen Standorte sind für alle Kunden besser erkennbar. Gleichzeitig wird der Verbund im Geschäftsbereich Mobility schlanker und schlagkräftiger.

Durch die Verbreiterung der Produktpalette, z. B. mit dem neuen VW T6 Colorado mit um 130 mm tiefergelegtem Boden oder dem Ford Tourneo Connect mit schwereloser Flexrampe (SLF-Rampe) wurden interessante Fahrzeuge für den Aktiv-/ oder Passivfahrer sowie für Familien und als Taxi vorgestellt. Darüber hinaus konnten wir die Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern durch Premium- und andere bevorzugte Partnerschaften vertiefen.

WITTE Werkzeuge konnte sich in diesem Jahr auf der Internationalen Kölner Eisenwarenmesse mit einem neuen Markenauftritt und der Programmergänzung mit Zangen präsentieren. Darüber hinaus wurden zwei Produktlinien einem Relaunch unterzogen und weitere neue Linien für unsere OEM-Kunden im Markt eingeführt. In der Fertigung wurde u. a. in ein neues Bearbeitungszentrum und eine Laserprintanlage investiert.

Für den industriellen Fortschritt gelte es nun, die Infrastrukturvoraussetzungen für Digitalisierung, Mobilität, Handel und Finanzierung umzusetzen, so Arndt G. Kirchhoff, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO KIRCHHOFF Holding. "Unsere Unternehmen und die Sozialpartner haben gemeinsam die Aufgabe, den Menschen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Wandel an den Arbeitsplätzen zu erklären. Veränderung müssen wir als Chance begreifen und nutzen. Wir glauben, dass uns dies alles nur auf einem festen Wertefundament aus Demokratie, Menschenrechten und Meinungsfreiheit gelingt."

Werte und Tradition sind auch das Fundament der KIRCHHOFF Gruppe. So blicken die Gesellschafter der Unternehmerfamilie Kirchhoff mit Zuversicht auf das kommende Jahr und sehen weiterhin gute Perspektiven für alle Geschäftsfelder. Die KIRCHHOFF Gruppe erwartet in 2017 ein Umsatzwachstum von ca. 5% auf 2,1 Milliarden Euro.